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Alfred Adler

~ Von Rainer Kaune ~


Die Adlersche Schule, die neben Freud emporgewachsen ist,
betont vor allem die soziale Seite des seelischen Problems [...]
Carl Gustav Jung


Die Zentralaufgaben des Lebens
sind Arbeit, Liebe und Sozialkontakt


Der Arzt Alfred Adler – geboren am 7. Februar 1870 in Wien und verstorben am 28. Mai 1937 in Aberdeen – zählt zu den Gründungsvätern der Tiefenpsychologie.

Im Mittelpunkt der von Alfred Adler ins Leben gerufenen „Individualpsychologie“ steht die soziale Gangart des Individuums, also die Art und Weise, wie sich der Einzelmensch mit den Anforderungen des Soziallebens auseinandersetzt.

Als psychisch weitgehend intakt erweist sich laut Adler, wer mit den zentralen Aufgaben des Lebens angemessen zurechtkommt. Die Haupt-Bewährungsfelder, die Adler hier nennt, sind
  • das Arbeiten, 
  • das Lieben und 
  • das Mitschwingen im sozialen Miteinander. 

Wird auf diesen Feldern geschwächelt oder versagt, sind nahezu immer die folgenden Persönlichkeitsstörungen im Spiel:
  • übermäßige Furcht vor einer Niederlage; 
  • vergrößertes Minderwertigkeitsgefühl; 
  • mangelnder Lebensmut; 
  • unzureichendes Gemeinschaftsgefühl. 


Versagensprobleme in Sachen Arbeit, Liebe und Sozialkontakt irritieren zutiefst. Nun groß die Gefahr, dass die in Not geratene Seele Krankheitsbilder der folgenden Art hervorbringen kann:
  • Neurose; 
  • Geistesstörung; 
  • Perversion; 
  • Trunksucht; 
  • Selbstmordneigung; 
  • kriminelles Verhalten. 



Der Mensch will
vom Minus ins Plus gelangen und sich sicher fühlen


Im Gegensatz zu Sigmund Freud, der eine Trieb-Psychologie geschaffen hat, postuliert Alfred Adler, dass nicht Triebe, sondern Ziele das menschliche Leben entscheidend bestimmen. Die alles überragenden Hauptziele sind:
  • Nach oben kommen, beziehungsweise vom Minus ins Plus gelangen. 
  • Grund-Sicherheit finden. 


Der Darwin-Bewunderer Adler geht fest davon aus, dass diese fundamentalen Ziele – die sowohl allgegenwärtig als auch bewusstseinsfern sind – aus einem Streben nach Vollkommenheit resultieren, welches evolutionär bedingt und folglich angeboren ist.

Und wie bereits angedeutet: Auf den tragfähigsten psychosozialen Wegen schreitet voran, wer Plus- und Sicherheitsgefühle dort zu erlangen sucht, wo es gilt, sich in Arbeit, Liebe und Freundschaft zu bewähren.


Der Mensch ist frei genug,
um für sein Tun verantwortlich zu sein


Die uralte philosophische Doppel-Frage, ob der Mensch über Willensfreiheit verfüge und für sein Tun und Lassen verantwortlich sei, beantwortet Alfred Adler mit einem weitgehenden Ja. Doch als kundiger Tiefenpsychologe weiß er zugleich, dass es psychische Starrheiten und Festlegungen gibt, die die Freiheit des Willens begrenzen.


Die Persönlichkeit ist eine Ganzheit,
in der alles miteinander verbunden ist


Zu Adlers Grundüberzeugungen gehört,
  • dass der in früher Kindheit entstandene Charakter – von ihm terminologisch als „Lebensstil“ bezeichnet – eine Leit-Instanz ist, die alles Fühlen, Meinen und Handeln entscheidend beeinflusst. 
In Adlers Sprache gesagt:
  • „Der Lebensstil verfügt über alle Ausdrucksformen, das Ganze über die Teile.“ 
Laut Adler gilt sogar:
  • „Was häufig als Ich bezeichnet wird, ist nichts anderes als der Lebensstil des Individuums.“ 


Die richtige Erziehung
lässt das Leben gelingen


Keine tiefenpsychologische Lehre ist pädagogisch ergiebiger als die Alfred Adlers. Ihre Kerngedanken lassen sich durchaus wie folgt formulieren:
  • Bewahre Erziehungs-Optimismus und wende dich ab von Vererbungs-Theorien, die ins Fatalistische entarten! Glaube stattdessen: „[...] es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern was einer daraus macht.“ 
  • Entmutige niemals ein Kind, sondern tu, was du kannst, damit es Selbstvertrauen gewinnt! 
  • Erziehe zur Gemeinschaft!
     

Mit Blick auf Familie und Schule sagt Adler insbesondere:
  • „Die Mutter hat zwei Funktionen: 1. das Kind für sich zu gewinnen, das Interesse des Kindes auf sich zu lenken, ihm als Mitmensch vor Augen zu stehen. 2. Das Interesse dieses Kindes auf andere zu lenken.“ 
  • „Der Lehrer muss die Mutter ersetzen und dort Korrekturen vornehmen, wo sie Fehler gemacht hat.“ 


Nachdrücklich rät Adler allen Erziehungspersonen:
  • „[...] niemals mit Kindern kämpfen, nur untersuchen und nachdenken,
    und die Fehler im Aufbau des Lebensstils aufdecken.“ 


Individualpsychologen werden immer überzeugt davon bleiben: Gelingt die Erziehung, gelingt in der Regel das Leben!





Es stehen 98 Sprüche von Alfred Adler im Spruch-Archiv


Zufallsspruch von Alfred Adler

erka 4062 Sprüche 15.09.2010 - 21:11   deutscher Spruch Facebook Share
Optimisten
sind jene Menschen,
bei denen die Charakterentwicklung
eine im Großen und Ganzen gerade Richtung nimmt.
Sie treten allen Schwierigkeiten mutig entgegen
und nehmen sie nicht schwer.
Sie haben den Glauben an sich bewahrt [...]

Alfred Adler erlaubterlaubtDer Spruch darf mit Autorenangabe frei verwendet werden, da die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist († 28. Mai 1937)
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