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Frank Wedekind

~ Von Tanja 5431 Sprüche ~


Frank Wedekind (* 24. Juli 1864; † 9. März 1918) war ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler. Und kurzzeitig auch Werbetexter bei Maggi.

Sein Leben
Frank Wedekind heißt eigentlich "Benjamin Franklin" Wedekind, er ist also nach einem der Gründerväter der Vereinigten Staaten benannt. Sein Vater hatte seine 24 Jahre jüngere Mutter in San Fransisco geheiratet. Beide wurden Amerikanische Staatsbürger und fühlten sich mit den demokratischen traditionen ihrer "zweiten Heimat" sehr verbunden.

Theater, Literatur und die Boheme zogen den zwanzigjährigen Wedekind stark an, was zu einem Zerwürfnis mit dem Vater führte. Erst kurz vor dem Tod des Vaters versöhnten sich beide.
Wedekind erbte dann, was für ihn wiederrum die Freiheit bedeutete, seiner künstlerischen Neigung einige Zeit lang nachzugehen. Er arbeitete dabei auch beim Simplicissimus, genau wie etliche bedeutende Literaten wie Heinrich und Thomas Mann, Ludwig Thoma und Jakob Wassermann. Er begab sich jedoch politisch auf Glatteis, als er den prunksüchtigen Monarchen Wilhelm II. in Gedichten verspottete. Auch Kollegen von ihm, die nun unter strafrechtlicher Verfolgung standen, mussten fliehen, Wedekind selbst in die Schweiz, seine Beziehungen und Möglichkeiten in der Theaterszene waren dahin. Als er zurückkommt, wird er zu sieben Monaten Haft verurteilt, dann aber vorzeitig entlassen.

Um die Jahrhundertwende beginnt er, einige seiner Gedichte vorzutragen, mit einer Laute untermalt. Das inspiriert auch den jungen Brecht. Als Wedekind in seinem Stück "Frühlings Erwachen" den vermummten Herrn spielt, meint Brecht einerseits, dass Wedekind unsicher im Text und im Verstellen wirkt, andererseits gibt er zu, dass ihn nie ein Sänger so begeistert und erschüttert hat.

Obwohl Wedekind zu dieser Zeit erfolgreich war und von seiner Kunst leben konnte, zerbricht sein Glück. Der erste Weltkrieg brach aus und man beschloss, die Stücke des Mannes, der ja schon politisch negativ aufgefallen war, verschwinden zu lassen. In seiner Ehe gibt es derweil Streit, seine 21 Jahre jüngere Frau Tilly versucht sich umzubringen. Wedekinds Gesundheit verschlechtert sich, er lässt mehrere Blinddarm- und Bruch-Operationen über sich ergehen und stirbt schließlich mit 53 Jahren in dem Jahr, in dem auch der erste Weltkrieg endet.

Maggi-Lyrik
Mit 22 nahm Wedekind für einige zeit eine Stelle als Werbetexter bei Maggi an. Dabei kam zum Beispiel solche hohe Lyrik raus:

Vater, mein Vater!
Ich werde nicht Soldat,
Dieweil man bei der Infantrie
Nicht Maggi-Suppen hat!

Söhnchen, mein Söhnchen!
Kommst du erst zu den Truppen,
So ißt man dort auch längst nur Maggi's
Fleischconservensuppen.


Wen diese Zeilen begeistern, der kann hier mehr darüber lesen: http://www.zeit.de/1995/31/Ein_Dichter_in_der_Werbung

unbekannt?
Wedekind gilt zusammen mit Brecht als der Wegbereiter des modernen Theaters. Daher ist es eigentlich verwunderlich, dass er der Nachwelt nicht halb so sehr im Gedächtnis geblieben ist wie Berthold Brecht.

Quellen u.a.: Frank Wedekind: Frühlings Erwachen. Lektüreschlüssel (Reclam)





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Zufallsspruch von Frank Wedekind

Coquerelle 1800 Sprüche 11.03.2016 - 11:12   nicht einsortierter Spruch Facebook Share
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