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"Die Geierwally"

Bei der Geierwally handelt es sich ursprünglich um einen Roman von Wilhelmine von Hillern aus dem Jahre 1873, in dem das Leben der Tirolerin Anna Stainer-Knittel literarisch verarbeitet wird.
Die Sprüche mit diesem Autoren stammen allerdings im Spruch-Archiv nicht aus dem Roman, sondern aus einer der Weiterverarbeitungen des Stoffs in Form eines Films oder Musicals. Alle bisherigen Sprüche (Stand: 27. April 2011) stammen aus einem der Filme.


Handlung (Quelle: Wikipedia)

Walburga Stromminger - hübsche Tochter des reichsten Bauern im Tal - ist als einziges Kind allein bei ihrem ehrgeizigen, stolzen, aber auch hartherzigen Vater aufgewachsen; die Mutter war kurz nach der Geburt verstorben. Der Vater sieht in Wally die Erbin des Hofs und erzieht sie hart wie einen Jungen.

Als ein Lämmergeier in einer Felswand über dem Tal sein Nest baut, wagt keiner der jungen Männer aus dem Dorf, sich dem Nest zu nähern. Bauer Stromminger lacht über die Feiglinge und lässt vor den Augen des ganzen Dorfes seine eigene Tochter am Seil in die Felswand hinunter, wo Wally, nur mit einem Messer bewaffnet, unter den wütenden Angriffen des Geiers das Nest ausräumt. Als das Kind zerkratzt und blutend mit dem Küken im Arm wieder oben steht, bekommt es den einzigen Kuss, den es vom Vater jemals bekommen hat - nicht aus Mitleid, sondern aus Stolz auf seine Tochter, die alle Jungen im Dorf mit ihrem Mut beschämt hat. Sie zieht das Küken als Haustier auf und wird seitdem "Geier-Wally" genannt.

Bei ihrer Firmung lernt die 16-Jährige den jungen Joseph Hagenbach kennen; er hat gerade einen Bären erlegt, der das Nachbartal bedrohte. Alle Herzen fliegen dem feschen "Bären-Joseph" zu, und Wally verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Nur der alte Stromminger, der schon mit Josephs verstorbenem Vater Raufhändel hatte, mag den Jungen nicht und verlässt nach einem kurzen Streit zusammen mit seiner Tochter vorzeitig das Fest. Als sie auf dem Heimweg zum ersten Mal seit ihrer Kindheit weint, prügelt er sie mit dem Stock.

Stromminger will seine Tochter aus wirtschaftlichen Gründen mit Vinzenz Gellner verheiraten, einem finsteren, verschlossenen Burschen, der ihr schon lange nachstellt. Wally weigert sich. Da der Vater sie nicht zwingen kann, verbannt er sie den ganzen Sommer über auf das Hochjoch, eine zwischen Fels und Eis gelegenen Hochalm, wo das junge Mädchen als Schaf- und Ziegenhirtin völlig auf sich allein gestellt ist. Nur ihren Geier "Hansl" darf sie mitnehmen.

Bis zu ihrer Rückkehr im Herbst hat sich der Hof verändert: der Vater ist erkrankt und hat Vinzenz Gellner zu sich geholt, der nun das Regiment führt. Die treue, alte Magd Luckard, die Wally die Mutter ersetzt hatte, wurde nach einem Streit mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt und starb aus Gram darüber noch vor Wallys Rückkehr. Wally soll nun nach des Bauern Willen gehalten werden wie eine "Futtermagd": allen anderen unterstellt, ohne Zugang zum Wohngebäude soll sie beim Vieh schlafen. Als Vinzenz auch noch den greisen Knecht Klettenmaier brutal misshandelt, verliert Wally jegliche Selbstbeherrschung und schlägt ihn mit der stumpfen Seite eines Beils nieder. In dem folgenden Tumult, in dessen Verlauf sie in den Keller gesperrt werden soll, schleudert sie ein brennendes Holzscheit in den Heuschober und nutzt die Bemühungen um die Brandlöschung zur Flucht.

Bei dem weisen Pfarrer des Nachbarorts Heiligkreuz, der den guten Kern in dem durch all die Misshandlungen verrohten Wildfang erkennt, findet Wally Trost und Zuspruch. Aber auch er kann ihr keine Bleibe bieten; sie flieht weiter ins Nachbartal, wo sie - mit ihrem Geier auf der Schulter und dem ihr doch vorauseilendenen Ruf einer "Mordbrennerin" - sich mühsam als Taglöhnerin herumschlägt und allmählich zur Bettlerin verkommt. Zum Wintereinbruch wird sie schließlich von den drei rechtschaffenen Brüdern Klotz in dem hochgelegenen Bergdorf Rofen knapp vor dem Erfrieren gerettet und gesundgepflegt. Die Brüder nehmen sie über den Winter auf.

Der Pfarrer von Heiligkreuz redet derweil geduldig auf den alten Stromminger ein, bis der wenigstens einwilligt, Wally für den nächsten Sommer wieder auf dem Hochjoch Dienst tun zu lassen. Die Brüder Klotz wollen sie nicht gehen lassen; sie haben die kraftvolle, geradlinige, junge Frau von Herzen liebgewonnen. Aber Wally kann bei aller Dankbarkeit ihre Liebe nicht erwidern; sie träumt über die Geschehnisse hinweg immer noch von "ihrem" Joseph, der davon nichts ahnt und sie kaum kennengelernt hat. Um den braven Männern nicht über Gebühr wehzutun, nimmt sie das Angebot an und geht wieder aufs Hochjoch.

In einem sommerlichen Unwetter kommt Joseph Hagenbach plötzlich ganz unvermittelt zu Wallys Einöde. Er hat einer im Unwetter verletzten, jungen Frau aus der Bergnot geholfen und bittet Wally, ihr vor dem weiteren Abstieg Zuflucht und Stärkung zu gewähren. Der "Bären-Joseph" ahnt nicht, was während des Gesprächs in Wally vorgeht. Er kennt nur die Gerüchte über ihre angebliche Wildheit - und sieht sich prompt darin bestätigt, als ihn während des Aufenthalts in der Hütte Wallys Geier in einem plötzlichen Anfall von Unberechenbarkeit angreift. Nur mit Mühe kann Wally den Jäger davon abhalten, das Tier zu erschießen. Joseph zieht verständnislos mit der fremden Frau von dannen und lässt seine Verehrerin völlig verzweifelt allein zurück.

Über den Winter verdingt sich Wally wieder in bitterer Not in Nachbartälern als Magd, bis ihr das Wetter die erneute Rückkehr zum Hochjoch ermöglicht. Erst der folgende, dritte Sommer dort oben bringt endlich die Wende: der Vater ist verstorben, Wally kehrt als Alleinerbin auf den väterlichen Hof zurück. Aber während der quälenden Jahre ist sie vollends hart und unnahbar geworden. Die heuchlerische Freundlichkeit der Leute gegenüber der nun reichen Frau ekelt sie an; sie gibt sich so kalt und launisch, dass man sie schließlich ebenso fürchtet wie ehemals ihren Vater. Nur der alte, taube Knecht Klettenmaier hat noch ihr Vertrauen.

Trotzdem werben nahezu alle jungen Männer des Tales um die schöne, reiche, junge Frau. Aber sie lässt sie hohnlachend abblitzen. Im Bewusstsein ihrer körperlichen Stärke versteigt sie sich zu dem Spruch, nur wer ihr mit Gewalt einen Kuss abringen könne, sei der Richtige für sie. Viele versuchen es, es wird fast eine Art Sport daraus - aber keiner schafft es.

Insgeheim wartet Wally immer noch auf Joseph Hagenbach; aber er scheint sich nicht für sie zu interessieren. Als ihr zugetragen wird, er habe eine Liebschaft mit jener Magd Afra, die er im Vorjahr bei Wallys Hütte aus der Bergnot gerettet hatte, wird Wally rasend vor Eifersucht. Anlässlich der Fronleichnamsprozession beleidigt und verleumdet sie die brave Magd vor allen Leuten - und mit ihr auch Joseph als einen, der es nötig habe, sich ein Flittchen zu suchen.

Vor dem Fest zu Peter und Paul lässt Joseph zu Wally schicken, um sie zum Tanz einzuladen. Wally fällt prompt darauf herein; sie versteht das als einen Antrag und merkt nicht, dass Joseph sich nur mit einem hässlichen Streich für die erlittene Schmach rächen will. Er holt die im siebten Himmel schwebende, wie zu einer Hochzeit herausgeputzte Frau mit Pomp und großem Geleit vom Hof ab und führt sie in den Festsaal. Dort verlangt Joseph vor dem ersten Tanz einen Kuss von ihr. Sie will ihm schon in die Arme fallen, aber er wehrt ab: nicht geschenkt will er den Kuss haben, sie soll sich wehren. Sie tut ihm den Gefallen, wehrt sich auch mit Erfolg, bevor sie ihn schließlich gewinnen lässt. Als Joseph ihr endlich den Kuss "geraubt" hat, lässt er sie vor der johlenden Festgemeinde stehen und geht aus dem Saal - zu Afra.

Wally ist blind vor Wut und Scham. In ihrer Verzweiflung schwört sie, denjenigen zu heiraten, der den Bären-Joseph "seiner" Afra tot vor die Füße wirft. Nachbar Vinzenz Gellner, der immer noch vergeblich nach ihr schmachtet, hört es. Nachts in ihrer Stube vernimmt Wally zwei Schüsse; eine düstere Ahnung befällt sie. Sie eilt hinüber und begegnet Vinzenz, der gerade mit der Flinte aus dem Wald zurückkommt. Er gesteht, Josef angeschossen und dann in einen Felsengrund hinabgestoßen zu haben. Wally zerrt ihn wieder dort hin, um sich selbst hinabzustürzen und den Unglücklichen mit in den Tod zu reißen. Da ertönt ein Hilfeschrei von unten: Josef lebt noch. Wally lässt von Vinzenz ab und rennt ins Dorf, um Hilfe herbeizuholen. Mit notdürftig zusammengeflochtenen Stricken lässt sie sich selbst in einer halsbrecherischen Hilfsaktion in die Tiefe abseilen, um den mittlerweile Bewußtlosen zu bergen. Es gelingt.

Während Joseph in Wallys Hof gesundgepflegt wird, zieht Wally sich, von Reue zerfressen, wieder in die karge Einsamkeit auf dem Hochjoch zurück. Sie hat Afra die Pflege überlassen und Josef den Hof vermacht, damit die beiden heiraten könnten. Sie selbst will nur noch sterben - nicht durch eigene Hand, das hat ihr der Pfarrer verboten. Aber durch erbarmungslose Härte sich selbst gegenüber hofft sie auf die Vergebung Gottes und einen frühen, barmherzigen Tod.

Nach zwei Monaten ist Wally schon sehr geschwächt. Sie liegt teilnahmslos irgendwo oberhalb der Hütte im Gras und hängt ihren schwermütigen Gedanken nach, als von unten der Bären-Joseph heraufkommt. Er ist endlich genesen und brennt darauf, seiner Retterin die Wahrheit zu sagen: Afra ist nicht seine Geliebte, sondern seine Halbschwester, was mit Rücksicht auf die Mutter geheimgehalten worden war. Joseph hatte Wally wegen all der Gerüchte über sie gemieden. Aber bei dem Gerangel um den Kuss im Festsaal hatte er sich plötzlich doch in sie verliebt; sein schändlicher Streich tat ihm leid, und er hatte sich noch in derselben Nacht zu Wallys Hof aufgemacht, um sie um Vergebung zu bitten und ihr seine Liebe zu gestehen. Auf dem Weg dorthin hatte ihn Vinzenz überfallen.

Die beiden verzeihen einander, kehren auf den Hof zurück und leben noch einige glückliche Jahre zusammen. "Wally und Joseph sind früh gestorben, die Stürme, die an ihnen gerüttelt, hatten die Wurzeln ihres Lebens gelockert" schreibt die Autorin im Ausklang.


Weiterverarbeitungen

Dieser Stoff wurde auf zahlreiche Weisen adaptiert. Es gibt mehrere Filme darüber:

  • Die Geierwally (1921), Film von 1921 
  • Die Geierwally (1940), Film von 1940 
  • Die Geierwally (1956), Film von 1956 
  • Die Geierwally (1967), Film von 1967 
  • Die Geierwally (1988), Film von 1988 
  • Die Geierwally (2005), Film von 2005 

Dazu kommt ein Musical von Reinhard P. Gruber. Amazon schreibt über dieses:
"Die allseits bekannte Geschichte von der hochalpinen Einzelgängerin, Außenseiterin aus Notwendigkeit und freier Entscheidung, wurde von Gruber heruntergeholt ins weststeirische Bergland und in die Gegenwart: bei ihm führt die Wally einen buddhistischen Bio-Bauernhof und ihr Geliebter ist der beste Bungee-Jumper, Motocross-Fahrer, Paragleiter, Extremkletterer, Frauenheld und Bärenjäger weit und breit.Grubers neues Buch enthält neben den fürwitzigen Reimen des Geierwally-Librettos (das "steirische Musical" erlebte im November 1995 seine Uraufführung und wurde sofort zum Publikumserfolg) die gesammelten Kommentare des steirischen Meister-Satirikers zu seinem Lieblingsthema: das Wesen des Steirischen, des Steirers, der Steirerin - allernotwendigste Korrekturen in einer Zeit, da politischer Regionalismus sich von schlichter Engstirnigkeit kaum unterscheidet."





Es stehen 2 Sprüche von "Die Geierwally" im Spruch-Archiv


Zufallsspruch von "Die Geierwally"

Su-Ki 2701 Sprüche 29.07.2009 - 18:29   deutscher Spruch Facebook Share
Denkst du daran,
was ich dir gesagt hab' über den lieben Gott,
der aus einem knochigem Stück Holz
eine Heilige schnitzen kann?

aus "Die Geierwally"
Religiöses
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aus Film und Fernsehen 



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