direkt zum Inhalt direkt zum Menü direkt zur Kategorieauswahl

Albert Schweitzer

~ von Tanja 5432 Sprüche ~


Albert Schweitzer (* 14. Januar 1875; † 4. September 1965) war ein evangelischer Theologe, Organist, Musikforscher, Philosoph und Arzt.
Die Theologie in Deutschland zu lehren (also zum Beispiel Pfarrer oder Religionslehrer zu werden), ohne das irgendwie in die Praxis zu übertragen, erschien ihm unsinnig. In Deutschland als Arzt zu arbeiten, wo Menschen zu ihm kommen, die Migräne oder einen verstauchten Fuß haben, erschien ihm wenig erfüllend.
Und so ging er nach Afrika und baute ein Krankenhaus in Lambaréné (im Gabun). Er setzte sich im Sinne seiner Religion und der biozentristischen Ethik für Menschen ein und kämpfte unter anderem gegen die Schlafkrankheit.
Nach dem zweiten Weltkrieg, als das Image der Deutschen sehr gelitten hatte, kam Albert Schweitzer eine ungmeine Ehre zuteil: Immerhin war er ein Deutscher, der nicht rassistisch war und wirklich mal was geleistet hatte.

Moment, biozentristische Ethik?
Anthropozentrische Ethik (gr. ánthropos=Mensch), auch wenn sie euch zunächst nichts sagen mag, kennt ihr sicher: Menschen behandeln sich untereinander gleichwertig. Man tut seinen Mitmenschen nichts zuleide und man nimmt das Allgemeinwohl als Ziel.
Ein anthropozentrischer Grundsatz ist zum Beispiel

Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst

Galater 5.14.2
(Spruch 7947)

Klingt nett. Was aber ist mit den Tieren?
Nun, die dürfen demnach als zweitrangig betrachtet werden. Da sie dem Menschen untergeordnet sind, darf man sie verletzen, töten und zu Experimenten verwenden, wenn das dem Menschen irgendwie dient.
Albert Schweitzer, ein Bioethiker, war mit dieser Sichtweise nicht ganz einverstanden.

Gut ist der Mensch nur, wenn ihm das Leben schlechthin,
das der Pflanze und das des Tieres
wie das des Menschen heilig ist
und er sich ihm überall, wo es in Not ist,
helfend hingibt.

Albert Schweitzer
(Spruch 23008)

Ein kleines Beispiel, was biozentristische Ethik im speziellen heißt:
Es gibt sogenannte "transgene" Labortiere. Eine Maus wird genetisch so verändert, dass sie kaum über ein Immunsystem verfügt. Sie verkörpert AIDS. Eine andere hat von Geburt an Krebs, ohne, dass man die unterschiedlichen Phasen der Krankheit abwarten müsste. So kann man gleich Gegenmittel erproben.
Für die anthropozentrische Ethik ist das kein Problem. Diese Mäuse helfen bei der Forschung für den Menschen.
Für die biozentrische Ethik hingegen ist das völlig undenkbar, weil ein Tier so konstruiert wird, dass ihm das Recht auf Leben genommen wird. Schon das Infizieren oder Töten eines gesunden Tieres ist verwerflich. Aber das Tier bewusst so zu erstellen, dass es von Anfang an keine Chance hat, das ist wirklich unter alles Sau.
"Es wäre", sagen Bioethiker, "doch sinnvoller, Mäuse zu nehmen, die in der freien Natur erkrankt sind. Dann kann man versuchen, sie zu heilen, ohne ihnen bewusst zu schaden."
Natürlich ist es verdammt schwierig, Feldmäusen hinterherzujagen, sie zu untersuchen, und dann zu heilen. Manche Krankheiten brechen natürlicherweise gar nicht bei Mäusen aus, und wenn doch, dann leidet diese Maus vielleicht auch noch unter einer anderen Krakheit. Das verfälscht die Ergebnisse.
"Trotzdem", sagt der Bioethiker, "kannst du nicht einfach so ein anderes Leben dir Untertan machen. Mach eine Computersimulation oder tese das Verfahren mit einzelnen Zellen, aber bitte, lass die Tiere in Frieden!"

Grob gesagt: Die anthropozentrische Ethik sagt: "Mensch, du bist der King unter den Lebewesen, mach sie dir untertan!"
Während die biozentristische Ethik entgegenhält: "Mensch, du bist der King, also hast du eine gewisse Verantwortung!"





Es stehen 111 Sprüche von Albert Schweitzer im Spruch-Archiv


Zufallsspruch von Albert Schweitzer




Bist du ein Nachfahre von Albert Schweitzer und möchtest, dass diese Biographie im Spruch-Archiv geändert oder gelöscht wird?
Bitte melde dich unter autoreninfo@spruch-archiv.com oder übers Kontaktformular