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im Thema "Diskussion zu "Was ist Kunst?""


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10) Joy 4960 Sprüche Mo, 21. März 2011, 13:10
Zum einen kann ich dich beruhigen: Die Diskussionen sind erst in dem Moment beendet, wenn wirklich niemand mehr etwas dazu zu sagen hat. Hat noch jemand etwas hinzuzufügen - und seien zehn Jahre vergangen - ist das durchaus erwünscht. So werden neue Ideen hinein gebracht und eine bereits vergessene Dissku kann zu neuem Glanz erblühen ... ist doch nichts gegen einzuwenden!

Weiterhin: Meiner Meinung nach kann man sich wirklich nicht selbst zum Künstler erklären, das kann wirklich nur jemand anderes für einen machen. (bitte jemand, der davon auch Ahnung hat und nicht so wer wie Mutti ...), ich meine, das hätte ich auch schon gesagt. Aber ich weigere mich, die Gesellschaft als diese Person anzusehen. Die Gesellschaft ist einfach gestrickt und absolut manipulierbar. Viele Menschen stehen im Hintergrund und sind fantastisch auf ihrem Gebiet! Sie werden niemals berühmt, sie werden niemals von der Gesellschaft als Künstler benannt, weil sie für diese einfach nicht exisiteren. Der Gesellschaft ist wichtig und Künstler, wer sich anbiedert, sich provoted und immer und immer wieder von sich redet, sich (gut) präsentiert und bereit ist, mit anderen in (fragliche) Konkurrenz zu treten. DAS ist, was Kunst für die Gesellschaft ist: Selbstüberzeugte, egomanisch-eingebildete Menschen, die zur Selbstdarstellung auch über Leichen gehen würde. Kein Künstler, der bescheiden ist, überlebt dauerhaft in der Gesellschaft! (Daher sind wir Künstler auch so im Verruf (mir fällt doch grad tatsächlich dieses Klischeewort nicht ein O.o ... ACH! DOCH!) "exzentrisch" (was von der Wortgeschichte wirklich was seeeeeehhhhr schlechtes ist, wie ich das sehe ... es-zentrisch .... außerhalb des Zentrums ...) zu sein). Aber ist das wirklich Kunst??!!!

Gibt es nicht dutzende Gedichte und Meisterwerke, die einem das Herz berühren? Fantastischer sind als alles andere, was man gelesen oder gesehen hat, aber niemand weiß, wer es erschaffen hat? Annonym ... ist das desshalb weniger Kunst? Oder nicht gar mehr? Wieviele Künstler wurden erst post Mortum dargestellt und berühmt, weil sie erst dann richtig vertreten wurden? Ist Kunst, die gemacht wird, um von einem Künstler zu erzählen, wirklich "künstlerischer" als Kunst, die gemacht wird für die Person, die sich damit auszudrücken gedenkt? Oder ist sie nicht viel mehr "künstlicher"?

Was ich damit sagen will ist nichts anderes, als dass die Gesellschaft nur sieht, wer sich sehend macht. Und ein wahrer Künstler ist meiner Meinung nach nicht, wer sich mit stolz geschwellter Brust und geltungssüchtig in den Vordergrund drängt, sondern der, dem es genügt, es zu tun und darin aufzugehen.

Ja, man sollte seine Sachen schon zeigen, aber überall gibt es Grenzen. Ich ziehe diese Grenze beim Eindruck, dass jemand aufdringlich, anbiedernd und selbstverherrlichend wird. Wirkliche Kunst ist eine Art der Darstellung, die sich selbst genügt und nicht davon abhängig ist, wie viele sie sehen. Sieht sie wer, ist das schön und angenehm, aber nicht notwendig!
9) Stand-up-reason 322 Sprüche So, 19. Dezember 2010, 14:13
Ich weis nicht ob die Disskussion schon abgeschlossen ist, doch ich steuere noch etwas bei. Ic h sah Kunst stark als etwas, das unter der Oberfläche, den Menschen verändert.

Doch Kunst ist vieles. Letztlich müssen wir sie nicht ganz betrachten, sondern unsere Position darin einnehmen. Kunst wurde immer konserviert. Es wurden haltbare Farben entwickelt und so weiter.

Ich glaube der Künstler, braucht bewusste oder unbewusste Kentnis, vom Stand der Kunst. Das er sein Kunstwerk darauf bezieht oder :"Die Ausnahme bestätigt die Regel."

Praktisch wichtig ist der Gesellschaft zu überlassen, was ein Künstler ist. Denn ihre Künstler stehen höher als unsere.


Michael Josef Sommer www.twitter.com/gefesseltesei jetzt.de - - Standupreason:yes:
8) Joy 4960 Sprüche So, 2. Mai 2010, 15:04
Danke, das freut mich sehr. Aber der süße Tiger ist leider zugegebenermaßen nicht von mir :-( Den habe ich mal gefunden. Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, wie man das zusammensetzen würde. Aber ich hab mir vorgenommen, das irgendwann noch zu machen *grins*
7) erka 4062 Sprüche Di, 27. April 2010, 12:09
Liebe Joy, was Du da am 3. März über Kunst geschrieben hast, das berührt mich sehr sympathisch. Du denkst interessant und eigenständig.

Deine kleinen Tiger-Bilder sind übrigens z a u b e r h a f t !

Alles Gute auf Deinem weiteren Weg als Künstlerin
wünscht Dir "erka"
6) Tanja 5452 Sprüche Fr, 2. April 2010, 20:51
Einen Spruch möchte ich der Diskussion noch nachwerfen, den ich ganz denkwürdig fand:

Schön ist das jenige,
was ohne Interesse gefällt.

Immanuel Kant erlaubterlaubtDer Spruch darf mit Autorenangabe frei verwendet werden, da die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist († 12. Februar 1804)
Pfeil Zur Autorenbiographie

(Spruch 17261)

5) Joy 4960 Sprüche So, 21. März 2010, 23:50
@Hanna: ich denke, dass Kunst weniger in Erinnerung bleibt, oder bleiben sollte, weil es beeindruckt, sondern meiner Meinung nach eher, weil sie berührt.

@Tatzy: Nein! Ich meine nicht, dass nur Künstler künstlerische DInge machen. Ich sage nur, das für mich alles, was dich mit deiner Seele in Verbindung bringt etwas künstlerisches und somit etwas heilendes mit sich bringt und unter künstlerisch - daher diese Wortwahl und die Definition auf die ich hinaus wollte - ist mehr als nur den Pinsel schwingen. Künstlerisches steckt in so vielen verschiedenen Dingen. Und den Begriff Kunst habe ich ja eh reguros abgelehnt, vor allem im Zusammenhang mit künsterlischen Schaffensakten ... und die sind für mich nicht Kunst, sondern Seele. Wenn Seele das ist, was ein Kusntwerk ausmacht, ja, dann sind auch leere Leinwände und pinke Gegenstände "Kunst". Lauf meiner Definition jedoch nur mit der Einschränkung, dass sie ein persönliches Motiv haben, und nicht den Grund des Komerzes (oder der logischen und konstruierten Provokation ...)

Kunst, wenn man so will, ist meinetwegen das, was für das Publikum ist. Das, worauf es ankommt, das, was wir als "Wahre Kunst" beschreiben könnten, ist all das, was mit dem Publikum und dem Komerz weniger als gar nichts zu tun hat, wobei es nur um den Künstler (ergo den "Schaffer") und seine Seele geht. Und ja, hier spricht vermutlich wirklich die angehende Kunsttherapeutin aus mir ;-P

Fotos sind in Ausstellungen doch immer recht kompliziert, oder nicht? Denn im Prinzip verstößt man mit ihnen gegen die Menschenrechte, irgendwie so was war das, glaube ich. Einfach, dass es darum geht, dass man nicht gegen seinen Willen (oder unter Unwissenheit) fotografiert werden dürfen, die Menschen. Und das finde ich sehr schade, denn die schönsten Fotos entstehen genau dann, wenn man davon nichts mitbekommt.
4) Hanna 267 Sprüche Sa, 20. März 2010, 23:59
Hi Tanja
also es handelte sich um mehrere einzel Bilder. Auf jedem jeweils eine Person und wenn man genau hinsah konnte man noch veschwommene Konturen der Menge drumherrum wahrnehmen. Dabei waren Persönlichkeiten wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, jeglicher Kultur, von jung zu alt. Besonderst eindrucksvoll wurde es dadurch das sie mit Folien auf die verglaste Fasade des Museums aufgebracht wurden, also relativ groß und beleuchtet. Wir haben natürlich auch gleich gefragt wie das gemacht wurde und mussten leider erfahren das die folien mit Ende der Ausstellung entfernt und somit zerstört werden würden.:-(
3) Tanja 5452 Sprüche Do, 18. März 2010, 15:15
Hey Hanna, hey Joy,
danke für eure Antworten.

Was du sagst, Joy, ist interessant, weil es teilweise wieder in eine Gegenrichtung zielt: Du sagst,
ZitatMusik ist für mich künstlerisch. Wenn ich male, ist es ebenfalls künstlerisch. Fotos machen, Schmuck herstellen, Schreiben, ... all das ist für mich kreativ und künstlerisch.
Denn das klingt für mich so, als wäre Kunst in erster Linie für den Künstler. Wenn der Künstler etwas verarbeitet, ist das Ergebnis Kunst. Wenn er seine Wut an einem Tonklotz auslebt und seine Trauer in Bildern verarbeitet, dann erzeugt er dabei ein Werk. Im Extremfall auch dann, wenn ein anderer Mensch nichts damit anfangen kann. Ist das deine Meinung?
Das hieße nämlich gerade, dass meine unifarbene Leinwand und Hannas pinkfarbener Tisch doch eine Darseinsberechtigung in einem Museum hätten.

Oder gibt es vielleicht zwei Sorten Kunst: Eine für den Künstler, und eine für das Publikum?

Die Sache mit dem Glaswürfel finde ich auch abscheulich, Hanna. Sowas gabs in dem Museum, in dem ich war, Gott sei Dank nicht. Wie du sagst, wahrscheinlich will der Künstler schlicht provozieren. Aber wenn er dazu anreizt, gegen Massenproduktion, Konsumgesellschaft, Tierquälerei, Mainstream oder was auch immer zu "demonstrieren", dann finde ich diese Art von Tierquälerei völlig kontraproduktiv. Er macht sich in erster Linie zum Mittäter, und erst in zweiter Linie, wenn er viel Glück und ein vernünftiges Publikum hat, bewegt er etwas.

Was du sonst sagst, da treffen sich unsere Meinungen. Ich hätte gerne die von dir beschriebene Station mal gesehen. Waren es viele einzelne Bilder, die im Raum irgendwie versetzt waren oder so? Oder war es mehr ein großes, geschlossenes Bild?

Auf jeden Fall danke für eure Gedanken.
2) Hanna 267 Sprüche Mi, 17. März 2010, 21:18
Es ist schon einige Zeit her das ich von meiner Schule aus ein Museum für moderne Kunst besucht habe. Unsere Führung dauerte gewühlte Ewigkeiten obwohl wir nur einen Bruchteil der ausgestellten Werke betrachteten.
Vieles was wir gesehen haben hatte man am nächsten Tag bereits vergessen. All diese Dinge würde ich für mich selbst niemals als Kunst bezeichnen, Kunst ist etwas das in Erinnerung bleibt weil es beeindruckt. Dann sind da noch die kuriosen Dinge über die man sich den Kopf zerbrochen hat weil unsere Aufgabe bei eben diesem Ausflug ja war etwas über Kunst zu lernen und sich einfach keine einleuchtnde Erklärung bot.
So zum Beispiel ein Tisch voller pinkfarbender Gegenstände, trotz der Beteuerung unseres Führers jedes sei ein einzigartiges individum sahen sie doch alle gleich aus. Einzig der Preis für dieses sogenannte Kunstwerk war beeindruckend.
Sehr schockierend war für mich dann ein Glaswürfel mit Fliegen, auf der einen Seite ein Kasten mit den Larven, auf dem Boden Schalen mit Zuckerwasser, und auf der anderen Seite ein Gerät mit Strom wie es in Ställen hängt um Fliegen zu beseitigen. Besonderst fieß das die Tiere mit Futter direkt dorthin gelockt wurden. Für mich keine Kunst sondern nur schlechte zu sehr gewollte Provokation.
Doch eine Station gab es die mich fasziniert hat, Fotografien die von Menschen auf einem großen Platz gemacht wurden. Aus reichlicher Entfernung um es möglichst autentisch zu machen. Diese Bilder haben Emotionen rübergebracht man stand davor und hat einfach geschaut. Das ist für mich Kunst, der erste Blick muss noch nicht alles sagen, nur zu einem zweiten anregen und dann, beim Betrachten löst es etwas aus in dem Betrachter. Das Bild selbst und nicht eine Geschichte dazu.
1) Joy 4960 Sprüche Mi, 3. März 2010, 13:26
Kunst ist, finde ich, ein sehr delikates Thema. Leider. Allein schon die Bezeichnung "Künstler" hat für mich einen großen Nachteil. Ich weiß, das ist nicht gefragt, aber das möchte ich gerne ansprechen. Denn wie sehr ich zum Beispiel auch ein Künstler wäre, so denke ich, dass dies etwas ist, wozu du dich selbst nicht machen kannst. Einige Bezeichnungen, denke ich - Künstler, Weiser, Guter Mensch, ... - können dir einfach nur von anderen Menschen verliehen werden. Nicht von dir. Nur von Außenstehenden.

Ich weiß nicht, ob das, was ich mache "Kunst" ist. Ich weiß es wirklich nicht. Ich denke auch nicht, dass es wirklich relevant ist. Ich glaube, ganz oberflächlich betrachtet, war Kunst etwas, was gefiel und dem Betrachter ein "gutes Gefühl" gemacht hat. Mittlerweile ist Kusnt eher die Rechtfertigung für alles andere. "Kunst" ist "Alles". Vor allem das, was man nicht in in andere Kategorien einbringen kann. Das Wort hat sich sozusagen zu einer Müllkategorie entwickelt.

Vielleicht kann man eine Ähnlichkeit zwischen Kunst und künstlich ziehen? Eine Verbindung, die zurückschließen lässt, dass Kusnt etwas unwirkliches ist. So wie ein Schauspiel, das die Illusion einer Wirklichkeit pflegt. Etwas Kunstruiertes?

Was mir Kunst ist, ist viel einfacherer zu beschreiben: Kunst ist mir, was mir gut tut und mich auf irgendeiner Ebene anspricht, wenn ich damit konfrontiert werde. Mitgefühl, Angst, Wohlsein, Unbwohlsein, Esthetik ... es muss eine Nachicht haben, die ich für mich finden kann.
Musik ist für mich künstlerisch. Wenn ich male, ist es ebenfalls künstlerisch. Fotos machen, Schmuck herstellen, Schreiben, ... all das ist für mich kreativ und künstlerisch.
Wer jetzt aufmerksam war, wird gemerkt haben, dass ich als Beschreibung immer künstlerisch genommen habe, nicht Kunst. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich mir gut vorstellen, dass Kunst für mich ein zu abgetragener Begriff ist (wie Gott nebenbei gesagt) und einfach alles einschließt und nichts beschreibt. Künstlerisch hingegen, oder kreativ, ist für mich alles und ein mir heiliger Begriff.

So, ich denke, ich habe jetzt genug nicht gesagt ;-P