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 Diskussion zu "Weg und Ziel" Antworten
Sa, 9. Juli 2011, 16:22
Tanja 5452 Sprüche
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Diskussion zu "Weg und Ziel"
Zunächst würde mich natürlich interessieren, was ihr im Test zu "Weg und Ziel" als Auswertung bekommen habt.
Nur euer stärkstes Ergebnis wird euch in der Auswertung angezeigt.

Umfrage: Deontologe oder Teleologe?
Wie ist euer Test ausgefallen?
Ich bin größtenteils Teleologe
 
Ich bin größtenteils Deontologe
 
So ziemlich halbe-halbe
 
Ich bin das Dritte, also keins von beiden
 


Stimmt ihr mit dem Ergebnis überein? Auch jetzt, nachdem ihr wisst, was das bedeutet?
Oder hättet ihr eher ein anderes Ergebnis erwartet?

Was ist euch wichtiger? Der Weg oder das Ziel?
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Hope is the biggest lie there is, and it is the best.
We have to keep going as if it all mattered, or else we wouldn't keep going at all.
Allie Keys in "Taken"

Sa, 9. Juli 2011, 17:12
Xian 1367 Sprüche
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Ich bin ein vierzigprozentiger Deontologe (wer hat sich nur diese doofen Worte ausgedacht...), also sozusagen ein "Idealist, wanns mir grad passt".

Ich stauche Leute zusammen, die mir aus gutem Willen mehr Arbeit verursachen (das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"). Wenn Popstars sich profilieren wollen, ist mir das egal. Wenn sie wohltätige Zwecke unterstützten, nicht ganz so sehr.

Ob ich spicke, entscheide ich spontan nach Möglichkeit und Laune... Nur bei einem bin ich rigoros: gepetzt wird nicht! Dafür ist hin und wieder eine kleine Lüge drin (was auch nicht so ganz deontologisch bzw. prinzipientreu ist...)

Bei den Legehühnern: Menschen sind nun mal so, dass sie direkt mit der Nase auf irgendwelche Missstände draufgestoßen werden müssen. Und durch Empörung und Fremdschämen bekommt man das meiste Geld...

Was mir allerdings gar nicht recht ist, ist dass dieser blöde Text mein schönes Design zerstört...


Generell würde ich mich eigentlich eher als zweckmäßiger Teleologe sehen. Ich will mein Ziel erreichen, und dafür würde ich (in einem begrenzten Rahmen) durchaus meine Prinzipien beugen, wenn das Ziel es rechtfertigt.


Die Unterteilung nach Tat und Person ist meines Erachtens aber goldrichtig. Ich muss nicht unbedingt irgendeinen Politiker anbeten, weil er mal ausnahmsweise eine gute Entscheidung getroffen hat. Genausowenig bin ich aber dazu verpflichtet, eine Person zu verdammen, die aus einem guten Ansatz heraus ordentlich Scheiße gebaut hat.


Übrigens: Tanja 5452 Sprüche hat mich gerade zusammengeschissen, dass ich ihr (weil sie mich darum gebeten hat!!!) zu viel Haarspray auf ihr Pferd draufgesprüht habe. Soviel zu Nachsichtigkeit für Personen, die es doch nur gut gemacht gemeint haben...
Da merkt mans mal wieder:

Philosophie ist immer eine Sache der Theorie

Kimberly B. Kolbe erlaubterlaubtNichtkommerzielle Verwendung des Spruches mit Autorenangabe ausdrücklich erlaubt
(Spruch 45133)

SignaturLiebe Grüße,
Christian 1367 Sprüche
Dieser Eintrag wurde 1 mal editiert, zuletzt am Sa, 9. Juli 2011 um 17:13 Uhr
So, 10. Juli 2011, 00:07
Tanja 5452 Sprüche
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Es ist ein Pony, kein Pferd.
Und du hast ihn mir so steif gesprüht, dass es schon Interpretationssache ist, ob da noch viel guter Wille hintersteckte :-P

ZitatWenn Popstars sich profilieren wollen, ist mir das egal. Wenn sie wohltätige Zwecke unterstützten, nicht ganz so sehr.
Das musst du nochmal erklären. Hast du dafür oder dagegen gestimmt?
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Allie Keys in "Taken"

So, 10. Juli 2011, 00:24
Xian 1367 Sprüche
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Ich sehe es ganz teleologisch: Hauptsache, das Geld kommt rein. Dafür muss ich aber den Star nicht in den Himmel loben und ihn als neue Mutter Theresa darstellen, wenn er das faktisch und egoistisch nicht ist.
SignaturLiebe Grüße,
Christian 1367 Sprüche
Di, 19. Juli 2011, 10:44
SilentX
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ZitatZu 40 % sind Sie: Du bist eher ein Anhänger der teleologischen Ethik. Du orientierst dich an den Früchten deiner Arbeit: Wenn du etwas damit erreichst, dass nimmst du dafür viel in Kauf. Das macht dich erfolgreich, kann aber auch dazu führen, dass du „über Leichen gehst“. Stell dir vor, ein Arzt ist so bemüht, seine Patienten schnell genug zu versorgen, dass er auf der Hinfahrt rast, Passanten in Gefahr bringt und auch schon Fahrradfahrer angefahren hat. Was ich sagen will: Selbst der beste Zweck heiligt nicht alle Mittel. Dieses Profil hatten 11.5702 % der 121 Quizteilnehmer!


Wenn ich aber zu 40% das eine bin, dann bin ich ja eher zu 60% das andere oder bin ich eher nichts von beidem? *verwirrt*
Deine Auswahl da oben hilft mir nicht bei meiner Wahl Tanja, deswegen nehme ich die 3. Möglichkeit :D

Im Großen und Ganzen mag das Ergebnis hinkommen, auch wenns bei mir nicht so krass ist, wie in deinem Beispiel mit dem Arzt. Ich bin schon dafür, ein gewisses (kalkulierbares) Risiko in Kauf zu nehmen, um meine Ziele zu erreichen.
Nur weil in der Vergangenheit Menschen nicht nur bis an ihre bekannten Grenzen gingen, sondern versuchten, diese auch zu überschreiten, hat es Fortschritte gegeben.
Risiko und möglicher Gewinn müssen halt in einem gesunden Verhältnis stehen. Nur wenn man etwas investiert, riskiert, sich traut.. kann man auch weiterkommen. Sicher kanns da auch mal Fehlschläge geben, aber aus denen kann (und sollte) man was lernen und das dann beim nächsten Lauf mit einfließen lassen.

Das ist so ähnlich, wie im Straßenverkehr etwas schneller zu fahren, als es grad erlaubt ist. Aber halt immer nur so viel, dass man
1. ggf. noch abbremsen kann, wenn es nötig ist (Hindernis oder Blitz :D )
und es
2. nicht zu teuer wird / weh tut, falls man 1. doch vermasselt hat.

Man braucht dazu also auch eine erhöhte Aufmerksamkeit, Risikobereitschaft und auch das Bewußtsein, dass man etwas tut, was nicht unbedingt den allgemeinen Regeln entspricht 8-)
Signaturfliege
Sophronius Eusebius Hieronymus Errare humanum est et confiteri errorem prudentis.
(Irren ist menschlich und einen Irrtum zugeben weise.)
Di, 26. Juli 2011, 23:42
Tanja 5452 Sprüche
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Erstmal: Ich find's cool, dass du hier schon einen Kommentar schreibst, bevor ich das ganze überhaupt auf meiner Seite gepostet habe. Auch wenn ich nicht weiß, woher du das schon wieder weißt.

Zitat von SilentXWenn ich aber zu 40% das eine bin, dann bin ich ja eher zu 60% das andere oder bin ich eher nichts von beidem? *verwirrt*
Deine Auswahl da oben hilft mir nicht bei meiner Wahl Tanja, deswegen nehme ich die 3. Möglichkeit :D

Das ist ein Sonderfall in der Auswertung.
Du bist zu 40% Teleologe, zu 30% Deontologe und zu 30% Restmenge. Und Testedich gibt eben immer nur die größte Gruppe an (frag mich bitte nicht, was er bei 40-40-20 macht).
Eine Wahl kann man damit nicht gewinnen, eine Auswertung schon.

Zitat von SilentXIch bin schon dafür, ein gewisses (kalkulierbares) Risiko in Kauf zu nehmen, um meine Ziele zu erreichen.

Okay, wenn Risiko und Erfolg auf einer einzigen Gerade liegen, dann ist es etwas leichter, abzuwägen. Dann sucht man praktisch nur noch nach dem Erwartungswert. Ist er positiv, dann lohnt es sich, und ansonsten lässt man es.

Etwas anderes ist es, wenn sie auf unterschiedlichen Geraden liegen. Beispielsweise die Legehühner, die für das Straßenprojekt verwendet werden.
Es mag ein erfolgreiches Projekt sein, bei dem insgesammt einiges Geld für den Tierschutz gesammelt wird.
Für die Hühner ist es einfach nur eine zusätzliche Quälerei.
Der wirtschaftliche Erfolg des Tierschutzbundes und das Leiden der Hühner liegen, bildlich gesprochen, auf unterschiedlichen Geraden. Und wenn man auf der einen in die negative Richtung wandert, dann kann der Wert auf der anderen trotzdem positiv sein.
Dann ist es schwieriger, abzuwägen, wie viel "positiv hier" ein "negativ da" ausgleicht.

Wenig wirr gesprochen:
Es geht nicht immer um Risiko und Chance.
Es geht auch darum, ob man für sein Ziel den "Kollateralschaden" in Kauf nimmt.
Ob man unmoralisch handelt, wenn dabei insgesamt etwas Gutes rauskommt.
Ob der Zweck die Mittel heiligt.

Was sagst du dazu?
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Allie Keys in "Taken"

Mi, 27. Juli 2011, 16:09
SilentX
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:-D na auf deiner Seite gabs nix Neues, ich brauchte aber mal ne Ablenkung um dem Tunnelblick beim Arbeiten zu entkommen, also hab ich hier mal reingeschaut ^^

Zitat von Tanja 5452 SprücheDas ist ein Sonderfall in der Auswertung.
yeah ich bin ein Sonderfall :devil:


Zu den Hühnern... solange durch das Leiden von wenigen Individuen vielen geholfen werden kann und dieses Leiden auch bloß nicht anders ist, als das was sie sonst auch erleben (Die Hühner stammten ja vermutlich aus so einer Hühnerfarm, sonst würden sie nicht identisch wirken und sich entsprechend gestört verhalten), sehe ich da kein "Problem".
Und die Tierschützer gehen schliesslich auch das Risiko ein, wegen der Hühner in den Käfigen bei einigen Leuten unglaubwürdig zu werden, können aber durchaus andere, die sich bisher nicht mit der Thematik beschäftigt haben, derart aufrütteln, dass sich doch Etwas in die richtige Richtung bewegt.
Manchmal müssen halt Opfer gebracht werden, damit sich etwas ändert. Somit ist ein einkalkuliertes Risiko einem hingenommenen Kollateralschaden gleichzusetzen, solange das Gesamtergebnis für den Betroffenen oder die Mehrheit der Betroffenen positiv ist.

Jeder Widerstandskämpfer / engagierte Forscher /... entscheidet sich schliesslich auch für diesen Weg (in diesem Fall zwar für sich selber - aber der Mensch hat ja auch ein greifbareres Bewußtsein als ein Huhn *behaupt* :-D ). Viele medizinische Entdeckungen wären nie gemacht worden, wenn sich nicht einige wenige "geopfert" hätten.
Ein gutes Beispiel ist auch der Polizist in Norwegen, der sich in dem Jugendcamp dem Killer entgegen gestellt hat, um die Jugendlichen zu schützen... (auch wenn es in seinem Fall leider nichts gebracht hat) Er hat sein Leben vor das Leben der andern gestellt...

Wer nichts riskiert und immer nur in die Fußstapfen seiner Vorgänger tritt, wird auch niemals weiter als diese kommen.
Signaturfliege
Sophronius Eusebius Hieronymus Errare humanum est et confiteri errorem prudentis.
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