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im Thema "Parabeln"


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10) RaphWeng23 115 Sprüche Mo, 12. Mai 2014, 22:10
Geschichte von den Steinmetzen
Drei Steinmetze arbeiten auf einer Baustelle.
Ein Passant fragt sie danach, was sie tun.
Der erste Steinmetz räumt mürrisch Steine zusammen und sagt:
"Ich verdiene meinen Lebensunterhalt".
Der zweite Steinmetz klopft mit wichtiger Miene auf seinen Stein, während er antwortet:
"Ich liefere die beste Steinmetzarbeit weit und breit."
Der dritte Steinmetz aber schaut den Fragenden ruhig und mit glänzenden Augen an und sagt:
"Ich baue eine Kathedrale."

(verschoben aus der Sprüchesammlung)
9) hamster901 54 Sprüche Fr, 14. Februar 2014, 17:21
Der Seestern

Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging,
sah er vor sich einen jungen Mann,
der Seesterne aufhob und ins Meer warf.
Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte,
fragte er ihn, warum er das denn tue.

Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden,
wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben.

„Aber der Strand ist viele,
viele Kilometer lang und Tausende von Seesternen
liegen hier,“ erwiderte der Alte.
„Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“

Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand
und warf ihn in die rettenden Wellen.
Dann meinte er: „Für diesen hier macht es einen Unterschied"
8) buki 3754 Sprüche Fr, 21. Juni 2013, 10:40
Dornröschens Tao

Viele Jahre hatte Dornröschen geschlafen,
jetzt wird sie wach.
Sie schaut sich um, aber sieht niemand,
der sie retten möchte. Sie schläft wieder ein.
Jahre gehen vorbei und eines Tages erwacht sie wieder.
Sie schaut nach links, nach rechts,
nach hinten und nach vorne,
aber es ist keiner da,
kein Prinz, kein Junker und auch kein Gärtner mit einer Heckenschere.
Dornröschen legt sich wieder hin und schläft ein.
Schließlich wird sie zum dritten Mal wach.
Sie öffnet ihre Augen, aber noch immer sieht sie niemanden.
Da sagt sie zu sich selbst:
„So, jetzt ist es aber genug!“
Sie steht auf und ist frei!


Quelle: sinnige Geschichten
7) Su-Ki 2708 Sprüche Mi, 2. Mai 2012, 21:02
Die alte Frau und die Zwiebel
Es war ein altes Weiblein, die war geizig und grimmig und hatte für niemanden jemals ein gutes Wort. Gewohnt hat sie draußen im Wald; und sie wollte mit niemandem etwas zu tun haben.

Irgendwann ist sie gestorben, und weil sie so geizig und böse war, drum warf man sie in den Feuersee. Da kommen alle rein, die im Leben nie etwas Gutes getan haben. Da waren schon viele drin, böse Sünder, die auch im Feuersee noch geschimpft haben auf diesen Ort und dass das alles ungerecht ist und so weiter; und am lautesten geschimpft hat unser Weiblein.

Am Rand vom See standen zwei Engel, und die haben die Alte im See gesehen - und der eine zuckte zusammen und rief: "Um Himmels willen, die Alte dahinten, die müssen wir rausholen!" Darauf sagt der andere: "Wieso denn? Die hat doch wirklich nie im Leben ein freundliches Wort gesprochen!" Und er nahm eine lange Stange und schob einen Sünder zurück in den See, der grade zum Rand gekommen und schon ein bißchen rausgekrochen gewesen war aus dem Becken.

Aber der andere wurde hektisch, "Um Himmels willen, doch! Einmal hat sich ein Bettler hinausverirrt in den Wald zu der bösen Frau. Er hat großen Hunger gehabt und bei ihr geklopft, ganz mutig; und sie war so verblüfft, sie hat sich gebückt und im Vorgarten aus der Erde eine Zwiebel gezogen, und die hat sie dem Bettler geschenkt."

"Eine gute Tat! Immerhin! Dann wollen wir sie retten."

Und der Engel schob die Hand in sein weißes Gewand - und zog die Zwiebel daraus hervor, und die hielt er über den Feuersee dem Weiblein hin und rief, "halt dich dran fest - dann zieh ich dich daran raus".

Und die Alte packte die Zwiebel und hielt sich fest, und der Engel zog - und die Alte merkte, da griffen alle anderen aus dem See nach ihren Beinen und krallten sich daran fest, und plötzlich hingen unzählige Leute an dieser kleinen Zwiebel! Der Engel zog trotzdem weiter, und vielleicht wäre alles gut gegangen, wer weiß? - aber die Alte fing an mit den Beinen zu strampeln und um sich zu treten, "Lasst los! Lasst mich sofort los! Das ist meine Zwiebel! Die rettet nur mich allein und sonst keinen!" und das Gehampel war für die kleine Ziebel schließlich zuviel - sie brach in der Mitte entzwei und die Frau stürzte zurück in den Feuersee.
6) Tanja 5452 Sprüche So, 6. Februar 2011, 19:18
Friede
"Wieviel wiegt eine Schneeflocke?" fragte ein Eichhörnchen eine wilde Taube.

"Etwas mehr als nichts" , erwiderte diese.

"Wenn das so ist" , so das Eichhörnchen, "muss ich Dir eine bemerkenswerte Geschichte erzählen. Neulich saß ich, ganz nah am Stamm, auf dem Ast einer Fichte. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die sich rund um mich auf Zweigen und Nadeln niederließen. Es waren genau 3.741.952. Als die 3.741.953ste Flocke den Ast berührte, diese kleine Flocke, mit einem Gewicht von etwas mehr als nichts, brach der Ast ab."

Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Expertin, dachte eine Weile nach. Dann sah sie das Eichhörnchen bedeutungsvoll an. "Vielleicht fehlt nur noch die Stimme eines Menschen, und es wird Frieden in der Welt sein."
5) Tanja 5452 Sprüche So, 6. Februar 2011, 18:23
Darum schuf Gott die Mädchen
Gott schuf die Welt mit grünen Bäumen.
mit hohen Bergen, mit Seen, die träumen.

Dann machte er eine Pause, es fehlte etwas,
zum Lachen, zum Singen, zum Tanzen, zum Spaß.
Wer geht in den Wald, um Blumen zu pflücken?
Wen sollen die Berge, die Seen entzücken?

Und dann schuf Gott die Mädchen, die kleinen,
mit lustigen Locken, mit flinken Beinen.
mit offenen Augen für Wald und Flur,
die liebsten Geschöpfe in seiner Natur.

Und als er dann lächelnd sein Werk besah,
da sprach er zufrieden: " Ich wusste es ja,
die Liebe, das Glück, die Sonne, die scheint,
sind in so einem kleinen Mädchen vereint" .
4) Tanja 5452 Sprüche Mi, 19. Januar 2011, 23:00
Die Löffel
(oder: Der Unterschied zwischen Himmel und Hölle)

Ein Rabbi kommt zu Gott: "Herr, ich möchte die Hölle sehen und auch den Himmel." - "Nimm Elia als Führer", spricht der Schöpfer, "er wird dir beides zeigen."

Der Prophet nimmt den Rabbi bei der Hand. Er führt ihn in einen großen Raum. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf. Aber die Menschen sehen mager aus, blass, elend. Kein Wunder: Ihre Löffel sind zu lang. Sie können sie nicht zum Munde führen. Das herrliche Essen ist nicht zu genießen.

Die beiden gehen hinaus. "Welch seltsamer Raum war das?" fragte der Rabbi den Propheten. "Die Hölle", lautet die Antwort.

Sie betreten einen zweiten Raum. Alles genau wie im ersten. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf. Aber - ein Unterschied zum ersten Raum: Diese Menschen sehen gesund aus, gut genährt, glücklich.

"Wie kommt das?" - Der Rabbi schaut genau hin. Da sieht er den Grund: Diese Menschen schieben sich die Löffel gegenseitig in den Mund. Sie geben einander zu essen. Da weiß der Rabbi, wo er ist.

(aus Russland)

3) Kim 177 Sprüche Do, 6. Januar 2011, 18:04
Das Handeln eines Menschen ist aufgebaut wie ein Baum.

Das Handeln eines Menschen ist aufgebaut wie ein Baum.

Jeder kann Stamm und Äste sehen
das sind die sichtbaren Handlungen einer Person.

Wer genauer hinsieht, sieht auch Knospen und Blüten,
dass sind die leisen Handlungen.

Das Wurzelwerk bleibt meist verborgen,
Es sind die Gedanken, Wünsche und Intentionen.

Und den Samen schließlich
kennt nur der Baum selbst.

Darum ist es wichtig, die du mit einer Person umgehst:

Kritisierst du, dass seine Blüten nicht zart und schön sind,
wie die eines Kirschbaumes?
Vielleicht hatte er den Samen eines Apfelbaumes,
und er kann keine anderen Blüten hervorbringen.
- Und vielleicht sind seine Früchte viel süßer,
als die Kirschen es später wären.

Kritisierst du seine krummen Äste
und dass er in eine falsche Richtung wächst?
Die Kraft dazu liegt in seinen Wurzeln.
Du musst sie sanft überzeugen,
du darfst nicht die Äste abbrechen.
Er wird sonst immer wieder in die gleiche Richtung wachsen.

Glaubst du,
an dem Stamm eines Baumes seine Wurzeln erkennen zu können?
Jeder Baum hat andere Wurzeln.
Manche spiegeln direkt die Form der Äste.
Manche sehen ganz anders aus.

Stört es dich, dass die Wurzeln des Baumes bis auf die Wege reichen?
Manche Wurzeln reichen tief und weit,
weil der Baum sie so zur Verankerung brauchte.

Ärgerst du dich, dass der Baum zu langsam wächst,
und zu wenig Früchte trägt?
Manche Wurzeln mussten sie sich durch harte Erde kämpfen,
oder hatten statt nährreichem Boden nur Sand
- dann konnte der ganze Baum nicht schneller wachsen,
weil ihm der Nährboden fehlte.

Glaubst du,
du kannst den Baum umpfanzen an einen Ort,
wo er dir besser gefällt?
Manche Bäume können am besten inmitten eines Waldes wachsen,
weil ihnen der Schatten der anderen Baume gut tut.
Manche wachsen nur am Waldrand,
weil sie nur dort genug Licht bekommen.
Manche leben fern von anderen Bäumen,
und halten mit ihren Wurzeln vielleicht einen ganzen Felsen zusammen.

Das Handeln eines Menschen ist aufgebaut wie ein Baum.
Achte darauf,
dass er an deinem Verhalten nicht eingeht,
dass du die Wurzeln nicht verletzt,
dass du nicht mehr Früchte von ihm verlangst,
als du an seiner Stelle tragen könntest.

Kimberly B. Kolbe

2) Tanja 5452 Sprüche Sa, 18. Dezember 2010, 00:40
Schweigen

Als ich Kind war, verstand ich zu geben und zu teilen;
seit ich zivilisiert wurde, habe ich diese Tugend verlernt.
Ich lebte ein natürliches Leben,
jetzt lebe ich ein künstliches.
Damals war jeder hübsche Kieselstein für mich kostbar, und ich hatte Ehrfurcht vor jedem Baum.
Der Ureinwohner Amerikas verband seinen Stolz mit einer außergewöhnlichen Demut.
Überheblichkeit war seinem Wesen und seiner Lehre fremd.
Er erhob niemals den Anspruch, daß die Fähigkeit, sich durch Sprache auszudrücken,
ein Beweiß für die Überheblichkeit des Menschen über die sprachlose Schöpfung sei;
ganz im Gegenteil, er sag in dieser Gabe eine Gefahr.
Es glaubte fest an das Schweigen - das Zeichen vollkommener Harmonie.
Schweigen und Stille stellten für ihn das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele dar.
Wenn Du den Indianer fragst: "Was ist die Stille?",
wird er Dir antworten:" Das Große Geheimnis."
"Die heilige Stille ist seine Stimme."
Und wenn Du fragst: "Was sind die Früchte der Stille?",
so wird er sagen: "Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer, Geduld, Würde und Ehrfurcht."
"Hüte Deine Zunge in der Jugend", sagte der alte Häuptling Wabashaw,
"dann wirst Du vielleicht im Alter Deinem Volk einen weisen Gedanken schenken."

Ohiyesa

1) Tanja 5452 Sprüche So, 21. November 2010, 00:14
Wo warst du?
Ein Mensch tritt vor Gott und wartet nun darauf, was mit ihm geschieht. Da sagt der liebe Gott: "Also, ehe wir entscheiden, was wir mit dir machen, schauen wir uns zuerst einmal dein Leben an!"

Und so geschieht es. Und der Mensch sieht wieder alle wichtigen Geschehnisse, die ihn geprägt haben, wie in einem Film an sich vorbeilaufen. Doch etwas wundert ihn: Unter dem Film sieht er Fußspuren und zwar zwei Verschiedene. Da fragt er: "Was sind das für Fußspuren, außer meinen? Ich bin doch immer ganz allein gelaufen."

Das sagt der liebe Gott; "Du irrst. Du bist nie allein gelaufen. Die anderen Fußspuren, das sind meine. Ich bin immer an deiner Seite gewesen." Da schwieg der Mensch beschämt. Doch plötzlich kamen sie an eine der schlimmsten Stationen seinens Lebens, und da sah er nur noch eine einzige Fußspur mitlaufen.

"Siehst du", rief er da aufgebracht. "Da, als es mir am allerschlechtesten ging, da hast du mich allein gelassen. Dabei hätte ich dich doch gerade da am meisten gebraucht. Und wo warst du? Das ist nur eine Spur zu sehen!" Und wieder sagte der liebe Gott: "Du irrst. Das sind nicht deine Fußspuren, das sind meine. Denn an dieser Stelle habe ich dich getragen."