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Baltasar Gracian

~ Von Rainer Kaune ~


Urteile der Nachwelt

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860):
„Besonders ist das Hand-Orakel geeignet, das Handbuch aller derer zu werden, die in der großen Welt leben, ganz vorzüglich aber junger Leute, die ihr Glück darin zu machen bemüht sind [...]“

Friedrich Nietzsche (1844 – 1900):
„Gracian zeigt eine Weisheit und Klugheit in der Lebenserfahrung, damit sich jetzt nichts vergleichen lässt.“

Kurt Tucholsky (1890 – 1935):
„In Baltasar Gracians Hand-Orakel [...] stehen so einige Dinge – wenn man die beherzigt, kommt man schon ein ganzes Stück weiter.”


Leben

Baltasar Gracian y Morales – geboren am 8. Januar 1601 in Belmonte bei Calatayud– trat früh dem Jesuitenorden bei. Da er begabt und lebensgeschickt war, gelang es ihm, Professor der Theologie in Saragossa zu werden. Auch als Prediger erwarb er sich beträchtlichen Ruhm. Am Königshof seiner spanischen Heimat war er zeitweilig willkommener Gast. Die weltgewandten Denk- und Verhaltensweisen, die er in höfisch-aristokratischen Kreisen kennenlernte, beeinflussten ihn tief.

Zur Leidenschaft wurde ihm mehr und mehr die Schriftstellerei. Um der Publikations-Zensur seines Ordens zu entgehen, benutzte er oft einen Decknamen. Als die Jesuiten herausfanden, dass er unerlaubt veröffentlichte und dabei Gedanken in Umlauf brachte, die ihnen missfielen, bestraften sie den mittlerweile 56-Jährigen mit Hausarrest, Schreibverbot und Wegnahme des Lehramts. Auch schoben sie seine Bitte beiseite, den Orden verlassen zu dürfen.

Nach dem Ende seiner Haft wurde Gracian, dessen Gesundheit durch die Misere zerrüttet war,
ins wenig bedeutsame Tarazona versetzt. Als Gnade wurde ihm zuteil, wieder lehren zu dürfen.

Bereits am 6. Dezember 1658 starb Baltasar Gracian im Jesuitenkolleg von Tarazona.


Beitrag zur Weltliteratur

Das literarische Werk überlebte. Übersetzungen bewirkten, dass es auch im Ausland gegenwärtig blieb und Einfluss ausübte. Gracians lakonische Äußerungen über Welt und Mensch beeindruckten insbesondere die französische Moralistik.

Als Beitrag zur Weltliteratur wurde und wird das weise Lebenskunst-Buch „Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit“ empfunden, das sein berühmtester Übersetzer – der geniale Arthur Schopenhauer – mit den enthusiastischen Worten pries, es sei „ein Gefährte für das Leben“. Schopenhauer weiter: „[...] daher wird, wer es gelesen oder auch nur darin geblättert hat, es besitzen wollen!“





Es stehen 194 Sprüche von Baltasar Gracian im Spruch-Archiv


Zufallsspruch von Baltasar Gracian

erka 4062 Sprüche 28.06.2010 - 20:52   deutscher Spruch Facebook Share
Was nicht gesehn wird,
ist, als ob es nicht wäre.

Baltasar Gracián erlaubterlaubtDer Spruch darf mit Autorenangabe frei verwendet werden, da die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist († 6. Dezember 1658)
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